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ERICH UND ERNA KRONAUER-STIFTUNG

SCHWEINFURT

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Begrüßung durch Erich Kronauer, Vorstandsvorsitzender der Stiftung   Druckansicht

Sehr verehrte Frau Oberbürgermeisterin,
meine sehr verehrten Damen und Herren,
liebe Freunde,

die von meiner Frau und mir errichtete Stiftung für herausragende wissenschaftliche Arbeiten jüngerer Historiker tritt heute zum ersten Mal mit einer Preisverleihung an die Öffentlichkeit. Ich danke Ihnen herzlich für Ihr Kommen und darf Sie ebenso herzlich begrüßen.

Unser Leben wäre ohne die Beschäftigung mit der Geschichte und hier vor allem mit der neueren Geschichte, nur halb so interessant gewesen. Es war uns, einer Generation, die das Ende des Krieges als Vierzehnjährige und dennoch als große Erschütterung und als eine Umwertung vieler Werte erlebten, geradezu ein Bedürfnis, über die Lektüre von Werken der Neueren Geschichte ein tieferes Verständnis des Geschehens zu gewinnen.

In der Festschrift zum 70. Geburtstag von Ernst Nolte hat Joachim Fest dies mit den folgenden Worten ausgedrückt:
“Das Bemühen, die Jugenderfahrungen mit der Katastrophe zunächst des eigenen Landes und darüber hinaus des alten Kontinents, sowie der bürgerlichen Welt überhaupt, zusammenzubringen war das Motiv, was uns und viele unserer Generation zur Beschäftigung mit der Geschichte gebracht hat.”

Ernst Nolte wiederum hat dieses Motiv im Zusammenhang mit seinem epochalen Werk “Der Faschismus in seiner Epoche” auf die knappe Formel gebracht: “Ich wollte mir klar werden über das was unklar war.” Genau dies waren auch unsere Beweggründe.

Jedenfalls hat die Beschäftigung mit der Neueren Geschichte bei uns nicht nur zur Klärung vieler offener Fragen beigetragen und unser Verständnis für viele komplexe Zusammenhänge vertieft, es hat darüber hinaus unser Leben auf vielfache Weise bereichert.

So war es ganz natürlich, dass der Gedanke aufkam, uns nicht nur mit Briefen an die Verfasser wichtiger geschichtlicher Arbeiten zu unserer Zeit zu bedanken, sondern selbst einen Beitrag zu leisten, indem wir jüngere, begabte Historiker durch einen Preis und durch die Zurverfügungstellung von Fördermitteln unterstützen.
Eines der großen Themen unserer Zeit ist die Auseinandersetzung mit den beiden großen Totalitarismen des 20. Jahrhunderts, dem Faschismus bzw. dem Nationalsozialismus und dem Sowjetkommunismus. Angeregt durch die Werke eines der bedeutendsten deutschen Historikers und Geschichtsdenkers unserer Zeit, Ernst Nolte und den Arbeiten so renommierter frz. Historiker wie Francois Furet und Stèphane Courtois, haben wir Gegenstand und Zielrichtung unserer Stiftung wie folgt definiert:
“Zweck der Stiftung ist die Förderung wissenschaftlicher Arbeiten jüngerer Historiker zum äußeren und inneren Verhältnis der beiden großen Totalitarismen des 20. Jahrhunderts.”

In der Zeit als wir diesen Entschluss fassten, fiel uns ein Buch auf unserem Tisch für noch nicht gelesene Bücher auf, das sich nach der Lektüre und aufgrund unserer eigenen Beschäftigung mit dem Thema des sog. Historikerstreits als geradezu prädestiniert für die von der Stiftung zu prämierenden Arbeiten erwies. Ich spreche von der ausgezeichneten Dissertation von Volker Kronenberg “Ernst Nolte und das totalitäre Zeitalter”, als Buch veröffentlicht im Bouvier Verlag in Bonn 1999.

Wir waren nicht nur beeindruckt von der stupenden Kenntnis aller mit dem Historikerstreit zusammenhängenden Fragen und gescheiten Analysen, sondern auch von dem für einen jungen Historiker mutigen Versuch eine “ernsthafte Verständigung - wie Kronenberg selbst schrieb - mit und über den Geschichtsdenker Nolte und die Bezüge zu den Werken anderer Autoren, wie Hannah Arendt, Francois Furet, Andreas Hillgruber, Karl Dietrich Bracher” u.a. zu versuchen.

Vorstand und Kuratorium der Stiftung haben auf einer Sitzung am 8. April dieses Jahres einstimmig beschlossen, den Autor dieser herausragenden Dissertation, Herrn Volker Kronenberg, den erstmals zu vergebenden Preis der “Erich und Erna Kronauer-Stiftung” zuzuerkennen.

Wir sind sicher, dass unserer Stiftung mit der Auszeichnung von Herrn Dr. Kronenberg ein guter Start gelungen ist. Ziel der Stifter ist es, diesen Preis für Historiker von nun an, neben Stipendien für besondere Arbeiten, zu vergeben und diese Initiative im Bewusstsein der Öffentlichkeit so zu verankern, dass sie für viele junge Historiker in Zukunft einen Anreiz bilden wird.

Die Stiftung will vor allem auch wissenschaftliche Arbeiten auf dem Gebiet der Neueren Geschichte unterstützen, die nicht nur dem häufig bequemeren Mainstream folgen. Im Vordergrund sollte stets das Bemühen um eine objektive, von keinerlei Ideologie beeinflusste Darstellung der Geschichte stehen.

Volker Kronenberg selbst ist dafür ein überzeugendes Beispiel. Sein Buch ist zugleich, ich zitiere, “ein Plädoyer aus der jüngeren Historikergeneration gegen Meinungsdiktatur in der Wissenschaft und für eine freimütige Erörterung auch der am stärksten mit Emotionen geladenen Fragen.”

In diesem Sinne möchte ich im Namen von Vorstand und Kuratorium unserer Stiftung Herrn Dr. Volker Kronenberg nochmals für seine im Hinblick auf den deutschen Historikerstreit und die Streitkultur in Deutschland im allgemeinen so herausragende und verdienstvolle Arbeit danken und ihm zur Verleihung des Preises herzlich gratulieren.

Die Verleihungsurkunde hat folgenden Wortlaut: