Stiftungszweck
Stiftungspreis
Stifter und Vorstand
    Preisträger
    Stiftungsjubiläum
  Preisverleihungen
Download
Kontakt
Impressum
 
 
 
   

ERICH UND ERNA KRONAUER-STIFTUNG

SCHWEINFURT

Deutschfeldstr. 39  •  97422 Schweinfurt  •  Tel. 09721 33411  •  Fax 09721 386407  •  E-Mail
 
 
Preisverleihungen
2000 2001 2003 2006 2008 2010 2012 2014 2016  
Begrüßung Laudatio Dankrede Fotos        
 
 

Begrüßung durch Erich Kronauer, Vorstandsvorsitzender der Stiftung   Druckansicht

Rede anlässlich der Preisverleihung am 11. Oktober 2003 im historischen Rathaus der Stadt Schweinfurt.

Sehr verehrte Frau Oberbürgermeisterin,
meine sehr verehrten Damen und Herren,
liebe Freunde,

zur Verleihung des Historiker-Preises der ERICH UND ERNA-KRONAUER-STIFTUNG für das Jahr 2003 darf ich Sie recht herzlich begrüßen und danke Ihnen für Ihr Kommen. Ich begrüße insbesondere unseren diesjährigen Preisträger, Herrn Dr. Friedrich Pohlmann, Privatdozent an der Universität Freiburg i. Br.

Für die Laudatio auf unseren Preisträger konnten wir die bekannte Publizistin und Historikerin, Frau Dr. Brigitte Seebacher gewinnen. Wir dürfen Sie, verehrte gnädige Frau, sehr herzlich willkommen heißen.

Des weiteren begrüße ich die Preisträger der Jahre 2000 und 2001, Herrn Dr. Volker Kronenberg und Herrn Dr. Bogdan Musial, sowie die Herren unseres Kuratoriums mit Ihren Damen.

Auch dieses Jahr sind Schülerinnen und Schüler des Leistungskurses in Geschichte des Alexander von Humboldt-Gymnasiums wieder unsere Gäste. Wir freuen uns über Ihr Interesse und heißen Sie und Ihren Studienleiter herzlich willkommen.

Auch der Presse möchte ich für ihr Kommen danken.

Sie, meine Damen und Herren erhalten heute einen Einblick in ein besonders interessantes Gebiet aktueller historischer Forschung – und wenn Sie so wollen, Anschauungsunterricht im besten Sinne des Wortes.

Wir, die ältere Generation, die noch Erinnerungen aus ihrer Kindheit und Jugend an die Zeit der beiden großen totalitären Systeme des vergangenen Jahrhunderts, den Nationalsozialismus und den Sowjetkommunismus haben, sind im Sinne des Verstehens und den aus dieser Zeit resultierenden tragischen Folgen besonders an der Frage interessiert, wie es zur Entwicklung solcher ideokratischer Systeme kommen konnte.

Es sind diese beiden totalitären Regime, wo „zum ersten Mal in der Geschichte eine Geschichtsphilosophie zur Staatsdoktrin wurde“ - wie es Ernst Nolte formulierte.

Wenn Sie mir erlauben möchte ich kurz ein paar Worte zu den erweiterten Statuten unserer Stiftung sagen:
Bei Gründung unserer Stiftung im Jahre 1999 sahen die Statuten vor, dass wir herausragende Forschungsarbeiten auf dem Gebiet des inneren und äußeren Verhältnisses der beiden großen Totalitarismen des 20. Jahrhunderts durch einen Preis, den Historiker-Preis, auszeichnen wollen.

Um die Basis für die Würdigung solcher Forschungsarbeiten zu erweitern, gerade auch im Hinblick auf die Tatsache, dass diese Totalitarismen aus philosophisch-ideologischen Theorien und Bestrebungen des 19. Jahrhunderts hervorgegangen sind, haben Vorstand und Kuratorium der Stiftung im Frühjahr dieses Jahres beschlossen, dies in eine entsprechende Satzungsänderung einfließen zu lassen. Diese Erweiterung schließt nun auch die Ideologiegeschichte Deutschlands und Europas seit der Industriellen Revolution mit ein und wurde damit zur neuen Grundlage für unsere diesjährige Preisvergabe.

Gleichzeitig damit haben wir auch die bisherige Zielgruppe der Historiker um Arbeiten von historisch forschenden Politologen und Soziologen erweitert.

Das Grundanliegen unserer Stiftung aber bleibt das Bemühen, der „Historical Correctness“, oder der Historischen Wahrheit, stets den Vorzug vor einer wie immer gearteten „Political Correctness“ volkspädagogischen Charakters zu geben.

In Fortführung dieses Gedankens möchte ich den Erlanger Historiker Karl Heinz Metz zitieren: er schreibt, „der Kampf um die historische Wahrheit ist immer zugleich (auch) ein Kampf um gesellschaftliche und politische Macht, in deren Nexus jeweils festgelegt wird, welche Geschichte als relevant für die Begründung des korrekten Diskurses zu gelten hat.“
Soviel zu unserer Stiftung.

Und nun ist es mir eine große Freude, Ihnen, meine Damen und Herren, Herrn Dr. Friedrich Pohlmann als dritten Preisträger unserer Stiftung für seine bedeutenden Arbeiten auf dem Gebiet der Totalitarismus - Forschung als Preisträger für das Jahr 2003 vorstellen zu können.

Ich darf Ihnen, Herr Dr. Pohlmann, an dieser Stelle schon einmal herzlich gratulieren. Schon die Hauptbegriffe in den Titeln seiner Bücher lassen erkennen, dass sein Werk sowohl der engeren wie der erweiterten Zielsetzung unserer Preisvergabe gerecht wird: Nationalsozialismus, Faschismus, Kommunismus, Marxismus, Leninismus und Industrielle Gesellschaft.

Sein besonderes Interesse gilt neben der Entstehung insbesondere der wechselseitigen Beeinflussung und Durchdringung der beiden großen totalitären Regime des 20. Jahrhunderts. Seine Aufsätze über Geschichtsdenker wie Max Weber und Hannah Arendt stellen darüber hinaus wegweisende Studien dar.

Frau Dr. Seebacher wird in Ihrer Laudatio im Anschluss an die Grußworte unserer Oberbürgermeisterin Frau Grieser auf die Arbeiten von Herrn Dr. Pohlmann näher eingehen.

Ich danke Ihnen.